In den Jahren von 1894 und 1895 wurde südlich von Glaucha an der Ecke der Bugenhagenstraße zur Beesener Straße ein Neubau für die Friedrich-Wilhelms-Provinzialblindenanstalt errichtet, in der sehbeeinträchtigten Kindern die Schulbildung ermöglicht wurde. Die Pläne lieferten die halleschen Architekten Reinhold Knoch und Friedrich Kallmeyer. Die 80 m breite Südfassade ist streng symmetrisch aufgebaut und mit Renaissanceelementen verziert. Die Ecken wurden turmartig hervorgehoben; ein Eindruck, der mit einem überkragenden Dach und dem an Maschikulis erinnernden Fries optisch noch verstärkt wird. Der Mittelbau, zu dem eine Freitreppe führt, wurde auf dieselbe Art betont und zudem mit größeren Fenstern sowie Reliefs und einem Neorenaissance-Portal verziert. An den Nordenden der Gebäudeflügel befindet sich zudem jeweils ein Turm.
Diesen wehrhaften Charakter weist auch ein Nebengebäude (heute "Haus 3") an der Ecke zur Louis-Braille-Straße auf, wohingegen andere der Nebengebäude abweichende Formen nutzen. So werden am - ebenfalls 80 Meter langen - Flachbau an der Beesener Straße (heute "Haus 5") durch die Fensterrahmungen Arkaden angedeutet. Heute werden die Bauten genutzt, um Menschen mit Sehbeeinträchtigung den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dafür wurde das Areal um mehrere Neubauten an der Kantstraße ergänzt. Zudem gestalteten hallesche Bildhauer mehrere Elemente und Plastiken auf dem Gelände. Das ehemalige Gesellenheim der Anstalt wird mittlerweile als Altenheim genutzt. In direkter Nachbarschaft befindet sich zudem östlich des heutigen Berufsförderungswerks das Paul-Riebeck-Stift.