Der deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) und seine Frau Auguste Viktoria (1858-1921) haben in Halle nicht nur die Pauluskirche mitfinanziert, sondern anlässlich ihres silbernen Hochzeitsjubiläums auch einen eigenen Stiftungsbau errichten lassen. In der Beesener Straße entstand in der südlichen Stadterweiterung die "Kaiser-Wilhelm-und-Kaiserin-Auguste-Viktoria-Stiftung" auf einer Ecke des Städtischen Siechenhauses, da die Stiftung kein Geld für einen Grundstückankauf beinhaltete, wie man bei Mathias Homagk ("Gebaut habe ich genug". Wilhelm Jost als Stadtbaurat in Halle an der Saale (1912-1939), Halle 2013) nachlesen kann. Wilhelm Jost hatte den ursprünglichen Plan so angepasst, dass sich das Gebäude nach Süden öffnet. Zwei Erker markieren die Straßenfassade, im Hof befindet sich ein turmartiger Risalit. Die Stiftung für die Pflege unheilbarer Kranker war bereits im Jahr 1906 gegründet worden, aber das Gebäude in den Jahren von 1914 bis 1916 errichtete Gebäude wurde nicht dafür genutzt, da es nach der Fertigstellung als Lazarett (Erster Weltkrieg) diente und mit dem Ende der Monarchie zum Kinderkrankenhaus umgenutzt wurde.