Im damals noch dünn besiedelten Gebiet südlich von Glaucha entstand ab dem Jahr 1888 der Neubau für das Städtische Siechenhaus an der Beesener Straße. Entworfen wurde die Anlage von den Berliner Architekten Ludwig Nanse und Karl Göhring.
Es entstanden drei symmetrisch aufgebaute Anstaltsbauten, wobei die östlichen beiden baugleich waren, wohingegen der Bau beim Eingang deutlich schlanker ausfiel und als Verwaltungs- und Behandlungsgebäude diente. An der Rückseite dieses villenartigen Gebäudes befindet sich ein quadratischer Saal-Anbau. Dieses Verwaltungsgebäude mit turmartig herausgehobenen Ecken weist eine reich verzierte Fassade mit Gesimsen, Friesen und Reliefs im Stil der italienischen Renaissance auf. Die beiden rückwärtigen Bettenhäuser sind farblich ähnlich gestaltet und jeweils mehr als fünfzig Meter lang. An ihren Hausecken befinden sich Querbauten, die je drei Fensterachsen aufnehmen, so dass sie insgesamt jeweils 13 Fensterachsen aufweisen. Ihre Fassaden schmücken Kreuze und farbliche Bänder.
In Siechenhäusern pflegte man ältere Menschen mit Nervenleiden und anderen schwereren Krankheiten. Man entschied sich für zwei Gebäude, um so je ein Haus für Männer und Frauen zu erhalten. Während diese beiden Bauwerke schon durch den Park neben dem Verwaltungsgebäude von der Straße aus kaum zu sehen sind, tritt ein großer Erweiterungsbau des Areals noch weiter in den Hintergrund. Dieses etwa 120 m lange Gebäude wurde erneut symmetrisch gegliedert, besitzt wie die anderen Gebäude Querbauten an den Hausecken sowie einen ebenfalls aus dem Gebäude herausgehobenen Mittelbau mit einer davor errichteten Kapelle. Die Entwürfe für das von 1912 bis 1914 erbaute Gebäude mit wuchtigem Mansarddach lieferte Wilhelm Jost. Heute gehören die Gebäude als Altenheim "Akazienhof" zum Paul-Riebeck-Stift.