Das Julius-Kühn-Haus ist ein ehemaliges Institutsgebäude der Martin-Luther-Universität. Es beheimatete bis 2011 die Naturwissenschaftliche Fakultät mit dem Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften, welches seit 2009 sukzessive zum neuen Campus am Weinberg umzog. Sein dreigeschossiger Hörsaal besaß 322 Sitzplätze.
Der Architekt Oswald Arlt schuf in den 1960er Jahren verschiedene Neubauten in Halle, darunter die sogenannten "Buna-Hochhäuser" an der Merseburger Straße und das Verwaltungsgebäude an der Nordseite des Riebeckplatzes. Auch das nahe Institutsgebäude in der Hollystraße wurde u. a. von ihm entworfen. Der Architekturführer datiert das Gebäude auf 1960-1965, aber ein Foto im Bundesarchiv (Bild 183-B0819-0009-001) zeigt es 1963 bereits als abgeschlossene Baustelle.
Der Name des Gebäudes in der Ludwig-Wucherer-Straße 82 ehrt den Begründer des ansässigen Instituts, Julius Kühn. Durch ihn wurden diese Wissenschaften bereits ab 1862 gelehrt; es handelt sich somit um die älteste agrarwissenschaftliche Lehr- und Forschungsstätte an einer deutschen Universität. Am neuen Standort trägt der Hörsaal den Namen von Julius Kühn.
Im Zuge der Umgestaltung des Steintors und des maroden Zustands des Gebäudes war der Abriss des Gebäudes vorgesehen. Dies bedeutete auch für die im Kellergewölbe untergebrachte Studentenvereinigung Bauernclub einen Umzug in andere Räumlichkeiten.
Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war das Gebäude ungesichert zugänglich, was sich an den Vandalismusschäden widerspiegelt. Das Gebäude stand bis 2026 leer und wurde dann wiederhergerichtet.